Sterben in Deutschland

Referent : Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer

Lange Zeit war der Tod ein selbstverständlicher Bestandteil des Lebens. Er hatte seinen Ort inmitten der Familie, inmitten unserer Gesellschaft. Noch heute wünschen sich 80 Prozent der Deutschen, zu Hause zu sterben, doch die Wirklichkeit sieht anders aus.

Tatsächlich sterben 80 Prozent in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder, noch immer viel zu selten, in einem Hospiz. Der Tod wird zunehmend institutionalisiert, medikalisiert und ökonomisiert - mit der Konsequenz, dass sich immer komplexere ethische Fragen stellen: Was bedeutet uns "Sterben in Würde"? Darf man das Leben künstlich verlängern?Oder andersherum: Darf man das Sterben beschleunigen?
Reimer Gronemeyer versucht, mögliche Antworten auf diese komplexen Fragen zu geben. Indem er uns damit vertraut macht, was an den verschiedenen Orten des Sterbens passiert und welche Veränderungen heute das Sterben prägen, nimmt er dem Tod auch einen Teil des Schreckens, den er für jeden von uns hat.

Mittwoch, 13.01.2010, 19.30 Uhr
DRK Pflegeheim Haus Ravensberg
Am Blömkeberg 1, 33829 Borgholzhausen
Veranstalter : Hospizinitiativen im Kreis Gütersloh 

Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer, geb. 1939, Studium der Theologie in Hamburg, Heidelberg und Edinburgh, lutherischer Pfarrer in Hamburg.
Seit 1975 Professor für Soziologie an der Universität Gießen. Reimer Gronemeyer ist Mitleiter des Graduiertenkollegs »Palliative Care« am IFF Wien, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz